Welche Gaubenarten gibt es? Formen, Vorteile und Unterschiede
Wer zusätzlichen Wohnraum unter dem Dach schaffen möchte, kann zwischen verschiedenen Gaubenarten wählen. Zu den bekanntesten Varianten gehören Schleppdachgaube, Flachdachgaube, Satteldachgaube, Spitzgaube, Walmdachgaube und Fledermausgaube. Welche Lösung passt, hängt von Dachform, Raumnutzung, Architektur und baurechtlichen Vorgaben ab. Dieser Überblick hilft Ihnen, die wichtigsten Dachgauben Arten einzuordnen und eine passende Gaubenform für Ihr Haus zu finden.
Was ist eine Dachgaube?
Eine Dachgaube ist ein Aufbau innerhalb einer geneigten Dachfläche. Sie besitzt in der Regel eine senkrechte Fensterfläche, eigene Seitenflächen und ein separates Gaubendach.
Anders als ein gewöhnliches Dachfenster durchbricht eine Gaube nicht nur die Dachfläche. Sie erweitert auch den Innenraum. Dadurch entsteht im Dachgeschoss mehr Stehhöhe und häufig zusätzliche nutzbare Fläche.
Eine Dachgaube kann verschiedene Aufgaben erfüllen. Sie bringt mehr Licht in den Raum, verbessert die Lüftungsmöglichkeiten und kann die Architektur eines Hauses deutlich aufwerten.
Die einzelnen Dachgauben Arten unterscheiden sich vor allem durch die Form ihres Daches und ihrer Seitenflächen. Während manche Gauben eher schlicht und funktional wirken, setzen andere deutliche architektonische Akzente.
Welche Vorteile bietet eine Dachgaube?
Eine Dachgaube kann einen niedrigen Dachraum besser nutzbar machen. Sie schafft Kopffreiheit, ermöglicht senkrechte Fenster und verändert die äußere Wirkung des Hauses. Gauben werden heute vor allem für Belichtung, Raumgewinn und Dachgestaltung eingesetzt.
Damit der Einbau zum Gebäude passt, sollten Konstruktion, Dämmung, Fenstergröße und Gestaltung gemeinsam geplant werden. Gebrüder Kesselheim unterstützt Hausbesitzer in Koblenz und Umgebung dabei, die Möglichkeiten des vorhandenen Dachs realistisch einzuschätzen.
Die wichtigsten Gaubenarten im Überblick
Es gibt zahlreiche Formen von Dachgauben. Einige Varianten werden besonders häufig eingebaut. Andere kommen vor allem bei historischen oder individuell geplanten Gebäuden zum Einsatz.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten Gaubentypen genauer vor.
Schleppdachgaube
Die Schleppdachgaube gehört zu den am häufigsten verwendeten Gaubenarten. Ihr Gaubendach besteht aus einer einzelnen geneigten Dachfläche. Diese fällt in die gleiche Richtung ab wie das Hauptdach. Die Dachneigung der Gaube ist meistens geringer als die Neigung des übrigen Daches. Dadurch entsteht eine relativ große senkrechte Fensterfront.
Optisch wirkt die Schleppdachgaube eher zurückhaltend. Sie passt deshalb sowohl zu traditionellen Gebäuden als auch zu moderneren Häusern.
Ein weiterer Vorteil liegt in der vergleichsweise klaren Konstruktion. Trotzdem müssen die Übergänge zwischen Gaubendach und Hauptdach sorgfältig geplant und fachgerecht abgedichtet werden.
Die Schleppdachgaube eignet sich besonders gut, wenn Sie möglichst viel Raum gewinnen möchten, ohne die Dachfläche durch eine sehr auffällige Form zu unterbrechen.
Flachdachgaube
Die Flachdachgaube besitzt ein fast waagerechtes oder nur leicht geneigtes Dach. Die Bezeichnung Flachdach bedeutet dabei nicht, dass das Dach vollständig eben ist. Auch ein Flachdach benötigt ein ausreichendes Gefälle, damit Regenwasser sicher ablaufen kann.
Eine Gaube mit Flachdach bietet in der Regel einen sehr guten Raumgewinn. Durch die geraden Seitenflächen kann der Innenraum über nahezu die gesamte Breite der Gaube genutzt werden. Auch große Fensterflächen lassen sich gut integrieren. Dadurch gelangt viel Tageslicht in das Dachgeschoss.
Flachdachgauben gehören zu den beliebten modernen Gaubenformen. Ihre klare und reduzierte Optik passt besonders gut zu zeitgemäß gestalteten Gebäuden. Sie können aber auch bei älteren Häusern eingesetzt werden, wenn bewusst ein moderner Kontrast geschaffen werden soll. Entscheidend ist, dass die Form zur gesamten Architektur des Gebäudes passt.
Bei einer Flachdachgaube sind Abdichtung und Entwässerung besonders wichtig. Das geringe Gefälle stellt hohe Anforderungen an die handwerkliche Ausführung. Wasser darf sich nicht dauerhaft auf dem Gaubendach sammeln. Auch die Anschlüsse an das Hauptdach müssen zuverlässig vor Feuchtigkeit geschützt werden.
Satteldachgaube
Die Satteldachgaube besitzt zwei geneigte Dachflächen. Diese treffen sich an einem eigenen kleinen Dachfirst. An der Vorderseite entsteht ein Giebel. Dadurch erinnert die Form an ein kleines Haus, das aus der Dachfläche herausragt. Die Satteldachgaube wirkt klassisch, symmetrisch und klar.
Der Raumgewinn ist meist geringer als bei einer breiten Schleppdachgaube oder Flachdachgaube. Dafür bietet die Satteldachgaube eine prägnante und zeitlose Optik.
Satteldachgauben werden häufig als einzelne Gauben eingebaut. Sie können aber auch mehrfach nebeneinander angeordnet werden. Sie eignet sich besonders für Gebäude mit traditioneller Architektur. Auch bei neueren Häusern kann sie verwendet werden, wenn eine klassische Dachgestaltung gewünscht ist. Die Dachflächen der Gaube können passend zum Hauptdach eingedeckt werden. Dadurch entsteht ein einheitliches Gesamtbild.
Spitzgaube / Dreiecksgaube
Die Spitzgaube wird häufig auch als Dreiecksgaube bezeichnet. Sie besitzt eine dreieckige Vorderseite und steil ansteigende Dachflächen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gaubenformen hat die Spitzgaube meist keine oder nur sehr kleine, senkrechte Seitenflächen. Die Dachflächen gehen direkt in die dreieckige Front über.
Spitzgauben wirken filigran und traditionell. Sie sind häufig an historischen oder klassisch gestalteten Gebäuden zu sehen. Der zusätzliche Raumgewinn ist eher begrenzt. Die Gaube wird deshalb oft eingebaut, um mehr Tageslicht in das Dachgeschoss zu bringen oder die Dachfläche optisch zu gliedern. Durch ihre kompakte Form eignet sich die Spitzgaube besonders für kleinere Fenster.
Walmdachgaube
Die Walmdachgaube besitzt nicht nur an den Seiten geneigte Dachflächen. Auch die Vorderseite des Gaubendachs ist abgeschrägt. Dadurch entsteht eine kleine Walmform. Die Gaube wirkt kompakt, harmonisch und hochwertig.
Die Walmdachgaube fügt sich meist weich in die Dachlandschaft ein. Durch die zusätzlichen Dachflächen wirkt sie weniger kantig als eine Satteldachgaube. Die Konstruktion ist allerdings aufwendiger. Es entstehen mehrere Dachanschlüsse und Übergänge, die sorgfältig geplant werden müssen.
Der Raumgewinn fällt häufig etwas geringer aus als bei einer Flachdachgaube oder Schleppdachgaube. Dafür überzeugt die Walmdachgaube durch ihre besondere Optik.
Sie eignet sich vor allem für Gebäude, bei denen eine repräsentative und ausgewogene Dachgestaltung wichtig ist.
Trapezgaube
Die Trapezgaube besitzt eine breite Vorderseite und schräg verlaufende Seitenflächen. Von vorne betrachtet erinnert ihre Form an ein Trapez. Das Gaubendach ist meist nur leicht geneigt. Die seitlichen Flächen verbinden die Gaube mit dem Hauptdach.
Durch ihre breite Bauweise bietet die Trapezgaube einen guten Raumgewinn. Gleichzeitig wirkt sie häufig weniger massiv als eine rechteckige Gaube mit geraden Seitenwänden.
Die schrägen Seiten sorgen für einen weicheren Übergang zur Dachfläche. Dadurch lässt sich die Gaube gut in größere Dächer integrieren. Auch breite Fensterfronten sind möglich. Das Dachgeschoss erhält dadurch viel Tageslicht.
Die Trapezgaube passt sowohl zu klassischen als auch zu modernen Gebäuden. Ihre Wirkung hängt stark von den verwendeten Materialien und der Größe der Fenster ab.
Fledermausgaube
Die Fledermausgaube gehört zu den besonders auffälligen und handwerklich anspruchsvollen Gaubenarten. Ihre Dachfläche ist geschwungen. Die Gaube geht ohne deutlich erkennbare senkrechte Seitenwände in das Hauptdach über. Von vorne betrachtet erinnert die Form an die ausgebreiteten Flügel einer Fledermaus. Daher stammt auch der Name.
Fledermausgauben kommen häufig bei historischen Gebäuden, Reetdächern und aufwendig eingedeckten Ziegeldächern zum Einsatz. Auch bei Schieferdächern kann diese Form verwendet werden. Die geschwungene Konstruktion sorgt für einen sehr harmonischen Übergang zur übrigen Dachfläche. Sie verlangt jedoch viel Erfahrung bei Planung und Ausführung. Jedes einzelne Deckmaterial muss an die Rundung angepasst werden. Die Abdichtung und die Wasserführung müssen ebenfalls genau berücksichtigt werden.
Der zusätzliche Platz im Dachgeschoss ist meist geringer als bei einer breiten Schleppdachgaube. Im Vordergrund steht bei dieser Gaubenform vor allem die besondere architektonische Wirkung.
Rundgaube
Die Rundgaube besitzt ein gebogenes Gaubendach. Je nach Ausführung kann die Form halbkreisförmig oder stärker abgeflacht sein. Sie wirkt weicher als eine Satteldachgaube oder Flachdachgaube. Dadurch setzt sie einen deutlichen Kontrast zu den geraden Linien des Hauptdaches.
Rundgauben können sowohl bei modernen als auch bei klassisch gestalteten Gebäuden eingesetzt werden. Ihre Wirkung hängt unter anderem von der Größe und den verwendeten Materialien ab.
Die gewölbte Dachfläche stellt besondere Anforderungen an die Eindeckung. Nicht jedes Material eignet sich gleichermaßen für enge Rundungen. Auch die Unterkonstruktion muss genau an die gewünschte Form angepasst werden. Dadurch ist der handwerkliche Aufwand meist höher als bei einfacheren Gaubentypen.
Im Innenraum entsteht eine besondere Deckenform. Je nach Breite der Gaube kann trotzdem ein guter Raumgewinn erreicht werden.
Segmentbogengaube
Die Segmentbogengaube besitzt ebenfalls ein gebogenes Dach. Ihr Bogen ist jedoch flacher als bei einer klassischen Rundgaube. Dadurch wirkt sie zurückhaltender und moderner. Die Fensterfront kann vergleichsweise breit ausgeführt werden. Segmentbogengauben verbinden eine weiche Dachform mit einer klaren Architektur. Sie passen deshalb zu vielen unterschiedlichen Gebäudetypen.
Der Raumgewinn ist meist größer als bei einer kleinen Rundgaube. Gleichzeitig entsteht eine besondere optische Wirkung. Auch bei dieser Form sind eine passende Unterkonstruktion und eine fachgerechte Eindeckung wichtig. Die verwendeten Materialien müssen sich an den Bogen anpassen lassen.
Gaubenarten im direkten Vergleich
Welche Gaubenform schafft den meisten Wohnraum?
Breite Flachdachgauben und Schleppdachgauben schaffen meist den größten nutzbaren Raum. Ihre Konstruktion ermöglicht über eine größere Breite zusätzliche Stehhöhe. Entscheidend sind aber auch die Einbindung in die Dachfläche und die statischen Möglichkeiten.
Welche Gaubenform schafft den meisten Wohnraum?
Besonders viel zusätzlichen Wohnraum schaffen breite Flachdachgauben und Schleppdachgauben. Bei einer Flachdachgaube kann der Innenraum nahezu über die gesamte Breite genutzt werden. Die senkrechten Seitenflächen und die geringe Dachneigung sorgen für viel Kopffreiheit. Eine breite Schleppdachgaube bietet ähnliche Vorteile. Ihr geneigtes Dach fügt sich jedoch häufig etwas harmonischer in das Hauptdach ein. Auch Trapezgauben können einen guten Raumgewinn bieten. Ihre schrägen Seiten reduzieren die nutzbare Fläche an den äußeren Bereichen allerdings etwas.
Wie viel Wohnfläche tatsächlich entsteht, hängt nicht nur von der Gaubenart ab. Entscheidend sind auch die Breite, die Höhe und die Position der Gaube. Die Neigung des Hauptdaches und die Höhe des vorhandenen Kniestocks beeinflussen das Ergebnis ebenfalls. Eine kleine Flachdachgaube kann deshalb weniger zusätzlichen Raum bieten als eine großzügig geplante Schleppdachgaube.
Planung und Umsetzung mit Gebrüder Kesselheim
Beim Gaubeneinbau wird in die bestehende Dachkonstruktion eingegriffen. Tragwerk, Abdichtung, Anschlüsse, Entwässerung und Wärmedämmung müssen dauerhaft zusammenarbeiten. Fehler können Feuchtigkeit, Wärmeverluste oder Schäden an der Konstruktion begünstigen.
Besonders anspruchsvoll sind die Übergänge zwischen Hauptdach, Gaubendach, Seitenwangen und Fenstern. Eine fachgerechte Detailplanung schützt die Bausubstanz und sorgt für ein stimmiges Ergebnis.
Gebrüder Kesselheim begleitet Gaubenprojekte in Koblenz und Umgebung von der ersten Einschätzung bis zur handwerklichen Umsetzung. Im Mittelpunkt stehen die vorhandene Dachkonstruktion, Ihre gewünschte Raumnutzung und eine Lösung, die sich passend in das Gebäude einfügt.
Fazit
Die Arten von Gauben unterscheiden sich bei Raumgewinn, Gestaltung und konstruktivem Aufwand. Flachgauben und Schleppgauben bieten meist viel Platz. Sattelgauben, Walmgauben und Spitzgauben greifen klassische Formen auf. Rundgauben, Segmentbogengauben und Fledermausgauben setzen besondere Akzente.
Welche Dachgauben Arten sinnvoll sind, zeigt sich nach Prüfung des Gebäudes. Vereinbaren Sie eine Beratung mit Gebrüder Kesselheim, wenn Sie einen Gaubeneinbau in Koblenz oder Umgebung planen.
